Ich lebe meine Vision

Farewell Spit ist nicht nur die nördlichste Spitze der Südinsel Neuseelands, nein auch zugleich oder weil gerade deshalb trauriger Weise ein Sammelplatz für Suizid-Wale.

Diese stranden zu unterschiedlichen Zeiten manchmal massenweise dort und verenden dann elendig, da ein Zurückschwimmen unmöglich für die Tiere ist.

Irgendwie wären lebendige Exemplare in ihrer natürlichen Umgebung netter gewesen.

So haben wir auch eine solche Erfahrung gemacht in der unbändigen Natur des Spits.

Es regnet. Auch mal im Paradies. Ach ne, ist ja bloß Neuseeland und der Vergleich hinkt irgendwie. Was ist schon paradiesisch? Doch immer genau das, was man in dem Moment nicht haben oder erreichen kann. So wie grade jetzt – ein Moment zu Hause, auf dem gemütlichen Sofa bei Kerzenschein einen Weihnachtstee mit selbst gebackenen Plätzchen genießen und nicht im klammen Zelt bei Windboen auf der wackeligen Luftmatratze auf einen Sonnenstrahl warten. Nein, das ist nicht paradiesisch, wenn auch selbst ausgesucht.

Ja, etwas Heimweh macht sich breit und besitzt die Frechheit, negative Gefühle aufkommen zu lassen. Und zu allem Überfluss, weil man wird dann ja gleich psychosomatisch, macht sich das alte Kriegsleiden, der Rücken bemerkbar und klagt ebenfalls über die ambitionierte Idee mit dem Zelten.

Also raus aus dem nassen Industriezwirn, rein in die Wanderschuhe und an den ca. 20 min. entfernten Strand. Das Naturerlebnis ist tatsächlich nicht zu toppen – grüne Weidenberge sind zu durchschreiten, Zäune zu überwinden, Regenwälder (warum nicht einfach mal ohne Regen?!) zu durchwandern um dann mit einem grandiosen Blick auf rauhe Felsen, wüstenähnliche Dünen und einen horizontweiten Strand mit rauschender Brandung entschädigt zu werden. (Fast) Menschenleer. Die paar Gestalten am Horizont könnten auch im Wind wabernde Baumgestalten sein.

Dagegen ist  jetzt Kerzenlicht und Plätzchenteig ganz klar nicht einzutauschen.

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